Winter in North-East

Ich habe gerade festgestellt, dass mein letzter Blogartikel schon mehr als zwei Monate alt ist. Veröffentlicht hatte ich ihn während meines Diwali-Urlaubs in Barpeta. Es ist also höchste Zeit, Euch auf den neusten Stand zu bringen – vor allem natürlich meine Familie und Freunde in Deutschland.
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I just realized, that I published my last blog article already more than two months ago during my Diwali vacations in Barpeta. So it’s high time to get some updates ready for you – especially for all my friends and family back home in Germany.

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Zunächst einmal frohes neues Jahr und alles Gute für 2016 nachträglich! Ich hoffe, Ihr hattet alle schöne Weihnachtstage. Ich war sehr erfreut über all die lieben Weihnachtsgrüße, die mich erreicht haben. Sogar die Päckchen sind angekommen!
2015 war für mich eines der aufregendsten und interessantesten Jahre: Vor einem Jahr hatte ich zwar schon vor, ins Ausland zu gehen – dass ich allerdings in Indien landen würde, war noch nicht absehbar. Bevor ich mich jedoch auf meinen Auslandsaufenthalt konzentrieren konnte, musste ich zunächst meinen Bachelor beenden. Glücklicherweise hatte ich die tolle Chance, während meiner Bachelorarbeit für drei Monate am DESY (Deutsches Elektronen Synchrotron) in Hamburg zu arbeiten und dort einzelne Atome eines Goldkristalls mithilfe eines Rastertunnelmikroskops abzubilden. Die eigentliche Bachelorarbeit habe ich dann schließlich innerhalb einer schlaflosen Woche geschrieben und gerade rechtzeitig zu Beginn meines Ausreise-Vorbereitungs-Seminars für Indien abgegeben. Hingegen quasi ohne Vorbereitung habe ich dann zwischendurch noch die letzten beiden Physikklausuren bestanden. Anschließend hatte ich gerade noch drei Wochen Zeit, um mich auf Indien einzustellen und vorzubereiten, ein Visum zu beantragen, aus meiner geliebten WG auszuziehen usw. ­– Der Sommer war sicherlich die stressigste Zeit meines Lebens!
Nun möchte ich Euch aber nicht mehr mit solchen Erinnerungen langweilen, sondern etwas Neues aus Indien erzählen:

Dies ist nun schon der zweite Blogartikel, den ich schreibe, während ich im Zug von Ahmedabad zurück nach Guwahati sitze. In Ahmedabad habe ich zusammen mit meinen CEE North-East-Kollegen an einer internationalen Konferenz zu Bildung als treibender Kraft für die Ziele nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) im CEE Hauptsitz teilgenommen. Drei Tage lang haben mehr als 700 Experten aus verschiedenen Ländern und Fachrichtungen darüber diskutiert, welche Rolle Bildung zum Erreichen der SDGs spielen kann, die im letzten Jahr von den Vereinten Nationen verkündet wurden. Neben Plenarsitzungen gab es 20 parallele Workshops, die sich jeweils mit den einzelnen Zielen auseinander gesetzt haben. Unser Team hat den Workshop zum SDG Nr. 6 geleitet, das Wasser und Hygiene zum Thema hat. Ich war im Vorfeld seit Dezember in die Vorbereitungen für die Konferenz eingebunden. Zunächst war es meine Aufgabe, eine Literaturrecherche zu unserem Workshop-Thema durchzuführen, um den Teilnehmern eine Auswahl an Dokumenten zur Vorbereitung zu Verfügung zu stellen. Außerdem sollte das DHaAL-Projekt auf der Konferenz als Beispiel präsentiert werden, wofür ich in eine Auswertung der Projekt-Reichweite eingebunden war. Ein detaillierter Fragebogen war dafür unter Mithilfe der vorigen deutschen Freiwilligen entwickelt und stichprobenartig in 30 zufällig gewählten Projektschulen ausgefüllt worden. Nach dem Digitalisieren der Ergebnisse habe ich die wichtigsten Punkte ausgewertet und mit der in jeder Projektschule vor Projektbeginn durchgeführten Datenerhebung verglichen. Während und nach der Konferenz war ich dann gut damit beschäftigt, Protokoll zu schreiben und am Workshop-Bericht mitzuarbeiten, der in das abschließende Konferenzdokument integriert wird.

Ich war tatsächlich ziemlich froh darüber, wieder zurück auf dem schönen CEE-Campus in Ahmedabad zu sein. Dieser ist wirklich eine architektonische Meisterleistung: Die Gebäude sind nicht bloß perfekt in üppige Vegetation eingebettet, sondern bieten darüber hinaus einen überaus interessanten Parkour-Spot. Ich war ziemlich neidisch auf die Affen, die überall entlang kletterten und vergnügt auf dem großen Konferenzzelt herum hüpften.

Es war sehr bestärkend, sich mit meinen deutschen Mitfreiwilligen auszutauschen – nicht nur Fritz und Paula waren wie erwartet dort, sondern überaschender Weise kam Lou für das Drachenfest am Tag nach der Konferenz von Bhuj aus nach Ahmedabad zu Besuch. Als wir alle gemeinsam am Flussufer entlangliefen, haben wir zufällig eine weitere Deutsche getroffen, die einigen von uns vom Auswahlseminar der KURVE bekannt war – was für ein Zufall! Wir wurden dann später auf die Dächer von Ahmedabads Altstadt eingeladen, um das Festival mitzuerleben. Der Himmel war voll von bunten Drachen, die von Menschen auf allen Dächern steigen gelassen wurden, und wir lernten, wie man andere Drachen mit der scharfen Schnur schneiden kann.

Viel Zeit habe ich auch mit meinen Freunden von CEE NE verbracht, vor allem mit Kuldeep, mit dem ich ein komfortables Zimmer geteilt habe. Wir haben nicht nur Sehenswürdigkeiten in Ahmedabad besichtigt (Gandhi Ashram), sondern hatten bei An- und Abreise mit dem Zug lange Umsteigezeiten in Delhi, sodass wir dort unter anderem den Handwerksmarkt Dilli Haat besichtigen konnten. Ein Teil des Teams ist zurück geflogen, weil das nächste Projekt in Guwahati nicht warten konnten. So haben Kuldeep, Rajashri und ich in kleiner Runde die entspannte zweitägige Zugfahrt erneut genossen und in Delhi noch das India Gate und das Red Fort angesehen.

Einige weitere Erlebnisse der vergangenen drei Monate:

Diwali – Welch schönes Fest!
Zwei Kollegen vom CEE NE Office, Kuldeep und Mitali, haben mich im November eingeladen, für das Diwali-Fest mit in ihren Heimatort Barpeta zu kommen. Und so bin ich für jeweils ein paar Tage bei beiden Familien untergekommen und habe es genossen, für eine Woche den vollen Straßen Guwahatis zu entkommen. Diwali gefiel mir sehr gut: Nach dem Sonnenuntergang wurden alle Häuser mit Lichtern in verschiedenen Farben prachtvoll dekoriert und unzählige kleine Öllampen (Diya genannt) verteilt. Selbst das kleinste Haus konnte auf diese Weise in einen richtigen Palast verwandelt werden. Traditionsgemäß stellten viele Familien Bananen-Palmen vor dem Haus auf und dekorierten auch diese mit Diyas. Insgesamt hat mich das alles ein wenig an die Weihnachtsdekorationen in Deutschland erinnert. Die vielen Lichter schufen eine angenehme, friedliche Atmosphäre, während wir am Abend durch die Nachbarschaft spazierten – nur wurde diese leider regelmäßig von Böllern gestört (Und was für welche! Manche waren schon eher kleine Bomben.)

Da Barpeta ein weiteres Zentrum der assamesischen Vishnu-Kultur ist, konnte ich dort weitere Satras besuchen und außerdem zwei religiöse Festlichkeiten miterleben. Zunächst wurde in Kuldeeps Nachbarschaft ein „Naam“ gefeiert. Dafür baute man auf der Straße ein Festzelt auf, wo am Abend und bis spät in die Nacht verschiedene Gruppen Lobgesänge und etwas Tanz aufführten, was von Klatschen und Rhythmusinstrumenten begleitet wurde (Taal-Becken und Tabla-Trommeln).
Mitalis Familie feierte eine „Narayan Puja“, Lord Vishnu zu Ehren und um für das Wohlergehen der Familie zu beten. Ich habe ihnen beim Gemüsegroßeinkauf in der Nachbarstadt Barpeta Road geholfen und Mitalis Bruder Hirak in die Dörfer begleitet, um alle Verwandte und Freunde zur Puja einzuladen.

Meghalaya – Schottland des Ostens
In den nächsten vier Wochen verließ ich Guwahati nur ein Mal während eines Schulbesuchs, wortwörtlich im „field“. Eines Freitags war mir dann nach einem spontanen Wochenend-Trip. Und wie als wenn sie meine Gedanken gelesen hätten, riefen mich meine Sivasagar-Freunde Polash und Debajeet noch am selben Abend an und luden mich ein, sie und Julia und Verena nach Shillong in Meghalaya zu begleiten. Obwohl es nur für zwei Tage war, kam ich tatsächlich richtig in Urlaubsstimmung. Meghalaya ist ein indischer Staat, der südlich von Assam liegt und eine Grenze mit Bangladesch teilt. Die bergige Landschaft unterscheidet sich deutlich von der Brahmaputra-Ebene Assams – so wird es auch „Schottland des Ostens“ genannt, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sich das (nur) auf die Landschaft bezieht. Wir reisten mit dem Auto, sodass wir überall Halt machen konnten, wo es uns gefiel, um die Aussicht zu genießen oder einen Wasserfall oder eine Höhle zu erkunden. Von Shillong aus sind wir nach Cherapunji gefahren, einem der regnerischsten Orte der Welt. Es hat zwar nicht geregnet, allerdings lag das Dorf komplett in den Wolken, sodass wir die Hauptattraktion, eine Felswand mit sieben Wasserfällen, nicht sehen konnten. Der Weg hat sich dennoch gelohnt, denn unterwegs haben wir genug andere schöne Plätze entdeckt.
Nebenbei bemerkt ist der Winter hier in ‚North-East‘ doch etwas kälter, als ich es erwartet hatte. Zwar können die Temperaturen an manchen Tagen mindestens 25°C erreichen, aber in der Nacht fallen sie bis auf 10°C. Bei nebligem Wetter wird mir allerdings den ganzen Tag nicht richtig warm. Oft vermuten Leute, dass ich, aus dem kalten Deutschland kommend, mich bei diesen Temperaturen sehr wohl fühlen müsse. Nun, das stimmt nur teilweise, schließlich bin ich durch isolierte Häuser mit Zentralheizung und fließendem Heißwasser ziemlich verwöhnt. Bitte nicht falsch verstehen: Ich möchte mich nicht beklagen. Schließlich bin ich froh, dieses Jahr den deutschen Schneeregen zu verpassen (Für die, die es nicht kennen: Die Mischung aus Regen und Schnee ist kälter als Regen und nasser als Schnee – sehr ungemütlich!). Und außerdem besagt ja ein deutsches Sprichwort: „Es gibt kein schlechtes Wetter, bloß falsche Kleidung.“

Kamakhya-Temple ­– heiliger Ort über der Stadt
Der Kamakhya-Tempel ist einer der bekanntesten Orte Guwahatis. Dennoch habe ich es bis Dezember nicht geschafft, ihn zu besuchen. An einem sonnigen Wochenendtag haben mich Faruque, Kuldeep und ihre Freunde Sapon und Khanindra mit zu einem Spaziergang genommen, den steilen Hügel hinauf zum Tempel auf dem Gipfel. Um es kurz zu halten, wir haben einen schönen Tag dort oben verbracht und die Atmosphäre des Ortes genossen. Alles weitere sehr Ihr auf den Fotos am Ende des Artikels.

Mein Weihnachten
Den ganzen Dezember über habe ich mich noch überhaupt nicht weihnachtlich gefühlt, obwohl auf den Straßen sogar ein paar Stände auftauchten, die kitschige kleine Plastik-Weihnachtsbäume und große Sterne verkauften. Ich habe es gerade so geschafft, meiner Familie ein Weihnachtpaket mit einigen assamesischen Geschenken zu senden, darunter Assam-Tee (was sonst?), ein paar Gamosas und ein Mini-jaapi, den meine Familie an ihren ‚echten‘ Weihnachtsbaum hängen sollte. Immerhin habe ich mir in der Woche vor Weihnachten, passend zum Fest und für die Konferenz, Hemd und Hose schneidern lassen – also quasi ein kleines Geschenk an mich selbst. Und dann an Heiligabend, als ich die neuen Klamotten zum ersten Mal anprobierte und mit Kishur zum 23-Uhr-Gottesdienst in der Christ Church im Pan Bazaar-Viertel ging, wo wir bekannte Weihnachtslieder sangen, da fühlte ich mich tatsächlich durchaus festlich. Am Morgen des ersten Weihnachtstages sind wir erneut in den Gottesdienst gegangen, dieses Mal jedoch zu einer protestantischen-freikirchliche Missionarskirche (oder so). Das war zwar ziemlich peppig, doch so einiges stimmte dort nicht mit meinem eigenen Glauben überein.

Später sind dann Faruque, Kuldeep und Kishur zum Office gekommen, das wir mit Kerzen, Sternen und einem jener Weihnachtsbäume, der seit letztem Jahr im Office aufbewahrt worden war, weihnachtlich dekorierten. Wir kochten leckeren Fisch zum Mittag und öffneten das Weihnachtspaket von meiner Familie, das unter anderem selbstgemacht Weihnachtskekse enthielt, die natürlich sofort probiert werden mussten. Am Abend sind wir zum Pan Bazaar gegangen, wo viele Menschen zwischen der protestantischen Christ Church und der katholischen Don Bosco-Kirche hin und her spazierten. Die Stimmung war nicht so viel anders als beim hinduistischen Durga Pooja-Fest, das ich in Sivasagar miterlebt habe, wo viele Leute die verschiedenen Gottes-Idole ansehen gehen. Ich habe mich sehr gefreut, dass meine Freunde mir so ein schönes Weihnachten bereitet haben, obwohl keiner von ihnen Christ ist.

Am zweiten Weihnachtstag bin ich mit Kishur in seine Heimatstadt Tangla gereist, wo wir seinen Freund Dhiraj und dessen Familie besucht haben. Wir haben den Tag in einem Dorf der BoroCommunity verbracht, wo wir in einer warmen Quelle gebadet haben und selbst angebaute Kokosnüsse und Mandarinen vom Baum kosteten, vom Weihnachts-Essen ganz zu schweigen. Da die meisten Bewohner des Dorfes Christen sind, wurde Weihnachten in der alten Dorfkirche natürlich auch gefeiert. An diesem Tag kochte man in einer Zeltküche neben der Kirche für das ganze Dorf. Aus jeder Familie kam jemand, um das Essen abzuholen. Und natürlich sollten auch wir etwas probieren, obwohl wir vom Mittag noch papp satt waren. Den Abend haben wir dann schließlich an einem wärmenden Lagerfeuer ausklingen lassen.

Damit war mein erweitertes Weihnachtsprogramm jedoch noch nicht vorbei: Kishur und ich wurden am 27. von Dhiraj und seiner Familie und Freunden zu einem Picknick eingeladen. Wir sind also zu einem beliebten Picknickplatz gefahren, der an einem vom Himalaya hinunter strömenden Fluss direkt an den Grenzen nach Bhutan und Arunachal Pradesh gelegen ist. Obwohl ich keine der Grenzen ohne Visum bzw. Einreiseerlaubnis überschreiten durfte, bat ich die bhutanesische Grenzpolizei, doch wenigstens für ein Foto eintreten zu dürfen. Und da war ich – fünf Minuten lang in Bhutan!
Der Steinstrand des Flusses war voll mit picknickenden Gruppen, die, wie wir, Essen in großen Töpfen auf dem offenen Feuer zubereiteten. Jeder packte mit an, um Gemüse, Fleisch und Küchengerätschaften im klaren Flusswasser zu waschen, das Mittag zu kochen und zu servieren. Die Sonne schien sehr warm an diesem Tag, sodass ich sogar ein Bad im kalten und kräftig fließenden Gebirgsfluss gewagt habe.

Am Montagmorgen fuhren wir dann zurück nach Guwahati und ich nahm mir einen Tag frei, um an einer Parkour-Jam teilzunehmen, die meine Freunde von Assam Parkour organisiert haben. Etwa 40 Traceure (Parkour-Sportler) aus ganz North-East und sogar zwei aus Uttar Pradesh kamen für dieses Event in den Shraddhanjali Kanan, den Park, in dem wir uns normalerweise zum Sport treffen. Wir trainierten den ganzen Tag lang und gingen schließlich zum späten Mittag Pizza essen. Viele Traceure blieben noch für einen zweiten Tag, um am Strand des Brahmaputra im Sand Flips zu üben. Ich habe daran allerdings nicht teilgenommen, denn ich musste arbeiten und außerdem bevorzuge ich sowieso mehr die Überwindung von Mauern und anderen Hindernissen.
Seht Euch gerne ein paar Aufnahmen von meinem Training an: “Vlog Guwahati // Malte // Parkour Kiel visiting Assam Parkour”
Viele Eindrücke von beiden Jam-Tagen findet Ihr in zwei YouTube-Videos:
“Run for freedom 2015”
“Run 4 Freedom Summer Jam 2015 – NorthEast Indian Parkour Jam”

Die letzten Tage des Jahres verstrichen dann relativ schnell und Silvester feierte ich mit Kishur, Dhiraj und Deepya, der bei Kishur nebenan wohnt. Ich habe Schoko-Fondue zubereitet (Süßspeise aus geschmolzener Schokolade) mit guter dunkler Schokolade und einem Schuss Whiskey, zum Früchte Dippen. Und dann zeigte ich meinen Freunden noch „Dinner for One“, einem alten englischen Sketch, den viele Deutsche gern an Silvester ansehen.

Erdbeben
Nordost-Indien ist ein Erdbebengebiet und so habe ich hier auch schon zwei Beben miterlebt. Das erste ereignete sich schon vor einigen Monaten und war so kurz, dass es schon wieder vorbei war, als ich, am späten Abend im Bett schläfrig einen Film sehend, realisiert hatte, dass gerade die Erde bebte. Anfang Januar weckte mich dann ein weiteres Erdbeben mitten in der Nacht auf. Ich wusste sofort, was los war. Für mindestens eine halbe Minute schüttelte es recht ordentlich – lang genug, um mich an einen mir mehr oder weniger sicher erscheinenden Ort zu flüchten und mich zu fragen, wie lang das noch weiter gehen oder gar noch heftiger werden würden. Zum Glück wurde es das nicht und soweit ich weiß, gab es in Guwahati und Umgebung auch keine Schäden. Dennoch war das ein ziemlicher Schreck, den ich nicht unbedingt wieder haben muss. Das Epizentrum lag übrigens einige Hundert Kilometer südöstlich von Guwahati im Staat Manipur und das Beben hatte eine Magnitude von 6,7.

 
Soweit erst mal, jedenfalls was die wichtigsten Ereignisse angeht. Alle kleinen und interessanten Details meines Alltags und meiner Reisen muss ich wohl irgendwann persönlich mit Euch teilen, zum Aufschreiben ist es jedenfalls viel zu viel. Wie gewohnt lasse ich nun zum Abschluss die Bilder sprechen.

zu den Fotos am Ende des Artikels



First of all, let me wish you a happy new year and all the best for 2016! I hope, you all had some wonderful Christmas days. I was very happy about all the lovely messages you sent me for the holidays. Even the parcels reached their destinations!
2015 has been one of the most exciting and interesting years for me: One year ago, I’ve already been confident about going abroad for one year – but I didn’t even know, that I would go to India. Before I was concentrating on my gap-year, I first had to finish my Bachelor degree. I was offered the great opportunity to work at DESY (Ger. Deutsches Elektronen Synchrotron, German Electron Synchrotron) in Hamburg for three months during my Bachelor thesis and depict single atoms of a Gold sample with a Scanning Tunnelling Microscope there. After collection of all the data, I wrote up my thesis in just one sleepless week which was immediately followed by the preparatory course for India. With almost no preparation, however, I passed the last two final physics exams in between. Only three weeks were then left for me to prepare for India, apply for visa and move out of my beloved shared flat. – That summer has definitely been the busiest time of my life!
I stop bothering you with those memories now and write some news from India:

This is now the second blog article, that I’m typing while travelling from Ahmedabad back to Guwahati by train. I was attending an International Conference on Education as a Driver for the Sustainable Development Goals (SDGs) at the CEE headquarters together with the team from CEE North-East. During three days, more than 700 experts and professionals from various countries and subjects were discussing how education can play a role in achieving the SDGs, which were declared by the United Nations last year. Apart from plenary sessions, 20 workshops were held in parallel, focussing on each of the goals individually. Our team was conducting the workshop on goal number 6, which addresses water and sanitation issues. I’ve been involved in preparing for the conference since beginning of December. I was extensively studying the literature available on our workshop’s topic to find a selection that was included in the workshop concept paper as prior readings for the participants. Furthermore, for presenting the DHaAL project as a case story at the conference, I was involved in the evaluation of an impact assessment. A detailed questionnaire had been developed with the help of the previous German volunteer and was carried out in a random sample of 30 project schools. After digitalizing the results, my task was to analyze the key data and compare them with the baseline survey of the schools to assess the impact of the DHaAL project intervention. During and after the conference, I was busy in doing the minutes and contributing to the workshop report that will be included in the final conference outcome document.

I was really happy to be back at the beautiful CEE campus in Ahmedabad. It is a masterly performance of architecture: The buildings are not only perfectly embedded into lush vegetation, it’s also a very interesting Parkour spot. I was quite jealous of the monkeys that climbed all around and were joyfully bouncing on the roof of the huge conference marquee.

It was really empowering to share experiences with my German colleagues Fritz, Paula and – surprise! – Lou, who came from Bhuj to visit the kite festival in Ahmedabad the day after the conference. Roaming around the river bank, we met another German girl we knew from the KURVE’s application seminar – what a coincidence! We were invited to the rooftops of Ahmedabads’s old town to attend the festival. The sky was full of colourful kites flown by people standing on every roof and we got to know how to cut other kites with the kite’s sharp rope.

I also spent a lot of time with my friends from CEE NE, especially Kuldeep with whom I shared a comfortable room. Even after exhausting conference days, we couldn’t go to sleep without talking for at least one more hour. We not only saw some sights in Ahmedabad (Gandhi Ashram) but also in Delhi as we had several hours to change trains there twice. So we could visit the handicraft market Dilli Haat, among others. A part of the team took a flight back, as the next project in Guwahati couldn’t wait. Kuldeep, Rajashri and I were therefore the only ones who enjoyed the relaxed two-days train ride again and saw the India Gate and the Red Fort in Delhi.

Some more stories from the last three months:

Diwali – What a nice festival!
I was invited by two colleagues from CEE NE office, Kuldeep and Mitali, to come to their hometown Barpeta for the Diwali festival in November. I stayed with both their families for a couple of days and really enjoyed being out of the crowded city of Guwahati for one week. Diwali was celebrated in a very beautiful way: After sunset, all houses were decorated splendidly with a lot of lights in different colours and countless small oil lamps (called Diya). In that way, even the smallest houses could be transformed into a real palace. As it’s a tradition, many families put up banana trees in front of the houses and decorated them with diyas as well. All in all, it reminded me of Christmas decorations in Germany. I loved to walk around the neighbourhood and watch the lights creating a peaceful atmosphere – which, unfortunately, was sometimes disturbed by fire crackers (some of them rather being small bombs!).

As Barpeta is another centre of Assamese Vaishnava culture, I could visit some more Satras there and also attended two religious celebrations. First of all, a ‘Naam’ was celebrated in Kuldeep’s neighbourhood. For this, a marquee was set up in the street and during whole afternoon and night, many groups performed worship chants and some dancing accompanied by clapping and rhythm instruments (taal cymbal and tabla drums).
Mitali’s family celebrated a ‘Narayan Puja’ to worship Lord Vishnu and pray for the family’s welfare. I helped them with shopping a huge amount of vegetables in the nearby town of Barpeta Road and accompanied Mitali’s brother Hirak to the villages to invite all family and friends to the puja.

Meghalaya – ‘Scotland of East’
During the next four weeks, I left Guwahati only for one school visit, literally in the ‘field’. But then on one Friday, I felt like going for a weekend trip. And on at that very evening, as if reading my thoughts, my Sivasagar-friends Polash and Debajeet called me up and asked me to join Julia, Verena and the two of them for a short trip to Shillong, Meghalaya. Even though it was only for two days, I was completely in holiday mood. Meghalaya is an Indian state lying south of Assam, sharing an international border with Bangladesh. It’s mostly hilly area and the landscape highly differs from Assam’s Brahmaputra plain – some people call it ‘Scotland of East’ whereas I’m not sure, if this is (only) because of the landscape. We were travelling by car and so we could stop at every place where we liked to enjoy the view or explore a waterfall or a cave. From Shillong we went to Cherapunji, one of the most rainiest places on earth. It was not raining, but the village was covered with clouds and it was very foggy. Therefore, we couldn’t see the main attraction, which is a rock face with seven waterfalls. It was worth travelling anyway, as we saw a lot of other beautiful places.

By the way, winter in North-East is much colder than I expected it to be. During day-time, temperatures can reach up to at least 25°C on some days, but in the night they can drop down to 10°C. When we have foggy weather, I’m not feeling too warm all day. Especially during that Meghalaya trip, it was dank most of the time. People often suspect that I, coming from cold Germany, would probably feel very comfortable now. Well, that’s true but I have to admit that I’m used to the luxury of insulated houses with heating and hot running water that chases the cold away. Don’t get me wrong, I don’t want to complain. I’m happy to miss the uninviting German sleet weather this year (for those who don’t know: It’s a mixture of rain and snow – colder than rain, wetter than snow). And besides, “There’s no such thing as bad weather, only unsuitable clothing”, a German proverb is saying.

Kamakhya temple – holy place above the city
The Kamakhya temple is one of the most popular places in Guwahati. Still, I didn’t manage to go there until December. On a sunny weekend day, Faruque and Kuldeep as well as their friends Sapon and Khanindra took me for a walk up the steep hill to the temple on top. To keep it short, we spent a nice day there, enjoying the ambience of the place. Everything else you will see on the pictures at the end of this article.

My Christmas
During December, I didn’t feel Christmassy at all even though some stalls popped out at the streets selling kitschy small plastic Christmas trees and large stars. I hardly managed to send a parcel home in time with some Assamese gifts including a package of Assam tea (of course), a few Gamosas and a mini-jaapi, which I asked my family to put on a ‘real’ Christmas tree. At least, I went to a tailor in the week of Christmas to have a formal dress sewed for me to wear on Christmas and during the conference – kind of a Christmas gift for myself. And then on Christmas Eve, when I tried the new clothes for the first time and went out to the 11pm service at the Christ Church in Pan Bazaar with Kishur, where we sang many familiar Christmas songs, I finally felt actually festive. In the morning of Christmas Day, we went to a service again, but this time to a protestant missionary’s church. That was quite energetic, but some statements and practices didn’t match with my personal faith.

Later, Faruque, Kuldeep and Kishur came to the office, which we decorated with candles, stars and one of those Christmas trees, which had been kept in the office since the previous year. We cooked delicious fish for lunch and then unpacked a parcel from my family, which contained some homemade Christmas cookies we had to taste immediately. In the evening, we went to Pan Bazaar, where many people were having a walk between the protestant Christ Church and the catholic Don Bosco Church. The ambience was not so much different from the Hindu Durga Pooja festival which I attended in Sivasagar where people were walking around to see all the idols. I really enjoyed that my friends, none of them being Christian, made me have such a nice Christmas Day.

On December 26th, I travelled with Kishur to his hometown Tangla where we stayed with his friend Dhiraj and his family. We spent the day in a village of the Boro tribe, where we took bath in a warm spring and enjoyed home-grown coconuts and mandarin oranges directly from the tree as well as a delicious Christmas lunch. Most of the villagers are Christians and so Christmas was celebrated at the old village church. On that day, the community prepared a meal for the whole village in a tent kitchen next to the church. People from every family came and queued up to take the food home. Obviously, we had to try despite still being completely full from lunch. We finally concluded the day sitting at a warming bonfire.

My Christmas programme was still not over yet: Kishur and I were invited to come to a picnic with Dhiraj and his family and friends the next day. We went to a popular picnic spot located at a river coming down from the Himalayas next to the borders to Bhutan and to Arunachal Pradesh. Even though I was not allowed to cross any of them without a visa or permit, respectively, I asked the Bhutanese border policemen, if I might step in just for a photo. And there I was – for five minutes in Bhutan!
The stony banks of the river were crowded with groups of people, cooking food in huge pots on open fire. And so did we. Everyone was helping in cleaning utensils, vegetables and meat in the clear river water and preparing and serving the lunch. The sun was shining hot that day and so I even took bath in the cold mountain river.

We went back to Guwahati on Monday morning and I took a leave to attend a Parkour jam organized by my Assam Parkour friends. Around 40 tracers (Parkour practitioners) from all over North-East and even two from Uttar Pradesh came to join this gathering in Shraddhanjali Kanan, the park where we meet normally. We practiced whole day long and ended up with pizza as late lunch. Many tracers stayed for the second day, where they went to the Brahmaputra beach for flipping in the sand. I didn’t join that day, because I had to go to office and my first priority is more on overcoming obstacles anyway.
Have a look at some footage from my training: “Vlog Guwahati // Malte // Parkour Kiel visiting Assam Parkour”
You can find a lot of impressions from both jam days in these two YouTube videos:
“Run for freedom 2015”
“Run 4 Freedom Summer Jam 2015 – NorthEast Indian Parkour Jam”

The last days of the year passed by quickly and I celebrated New Year’s Eve with Kishur, Dhiraj and Deepya, who is staying next door to Kishur. I prepared chocolate fondue (sweet dish made of melted chocolate) with good dark chocolate and a splash of whiskey to dip fruits in as dessert and made my friends watch ‘Dinner for One’, an old English sketch that many Germans love to watch on New Year’s Eve.

Earthquakes
As North-East India is a earthquake-prone area, I had to witness two earthquakes since I arrived here. The first happened some months back and was so short that it was already over when I, sleepily sitting in my bed and watching a movie on my laptop in late evening, realized that an earthquake was happening. In early January, another earthquake woke me up in the middle of the night. I immediately knew what was happening. The ground was trembling for at least half a minute – long enough for me to seek shelter in a place that I considered to be more or less safe and to wonder, how long it will continue and if it might get stronger. Luckily it didn’t and as far as I know, in Guwahati and around no damages occurred. Still, it was a scary experience that I really don’t like to repeat. By the way, the epicentre was located some hundred kilometres south-east from Guwahati in the state of Manipur, magnitude was 6.7.

 
That’s it for now, at least regarding some major happenings. All the small interesting details of my everyday life and my travels I have to share with you personally some day, it’s too much to write them down. As usual, I will let the pictures talk now.


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2 thoughts on “Winter in North-East

  1. Mischa says:

    Du konntest es dir also nicht verkneifen, nochmal zu erwähnen, wie schwer dein Leben vor der Abreise doch war? 😀 Und wie toll du das doch gemeister hast 😀 Hättest ruhig noch die Noten erwähnen können, die du nebenbei in den zwei Klausuren geschrieben hast 😀 Aber nett, dass die WG wenigstens Erwähnung gefunden hat 😉
    Wieso hast du nicht das Parkour Bild mit den Shirts hochgeladen? Hast dus vergessen oder mit Bedenken sein gelassen? :)
    Du schreibst sehr unterhaltsam! Sieht ganz nach nem Plan K aus, das Schreiben, was? xD

  2. Pooja Kotoky says:

    Wonderful! ]
    Loved the way you described every little details of our mundane life so beautifully . I must really become more observant of our celebrations to enjoy the little joys of life that come our way.
    Waiting to read more :)
    Pooja.

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